Impresari an italienischen Opernhäusern 1860-1900. Impresari an italienischen Opernhäusern 1860-1900. 260 S. Br.
Oper kostet Geld, viel Geld - Gewinne lassen sich damit in den seltensten Fällen erwirtschaften. Das ist nicht erst heute so Die Lücke zwischen künstlerischen Ansprüchen und klammen öffentlichen Kassen klaffte schon im vermeintlich goldenen Zeitalter der Oper, im 19. Jahrhundert. In Italien hatte vor allem eine Person an diesem Dilemma zu tragen: der Impresario, der Kunst bieten und gleichzeitig Geld verdienen musste.
Jutta Toelle hat sich in die Niederungen des alltäglichen Operngeschäfts zur Zeit Giuseppe Verdis begeben. Anhand von ausführlichen Quellenstudien in italienischen Theaterarchiven zeichnet sie aufschlussreiche Porträts von Impresari, die die fundamentale Krise der damaligen Opernindustrie anschaulich machen. Jenseits von Theateranekdoten und Goldgräbergeschichten werden so die Abhängigkeiten deutlich, denen der Impresario an der Schnittstelle zwischen Verlegern, Komponisten, Sängern, Theatern und den Städten unterlag - zwischen Eitelkeiten und Intrigen, zwischen Termin- und Geldnot.